Liebe Leserinnen, liebe Leser

Ich möchte Ihre Gedanken in die1980 Jahre lenken ∞
»Man entwickelt ein unmittelbares globales Bewusst-
sein, eine Verbundenheit mit den Menschen, eine star-
ke Unzufriedenheit mit dem Zustand der Welt und das
drängende Bedürfnis, etwas dagegen zu tun«. Prome-
theus wagte es, den Göttern das Feuer zu stehlen und
es den Menschen zu geben.
Mit der Annahme der Entdeckungen von Kopernikus,
Kepler und Galilei war die bis dahin herrschende Religi-
on mit Erfolg in Frage gestellt worden. Die greifbaren
Erkenntnisse dieser Wissenschaftler über unser Son-
nensystem brachen den repressiven Dogmatismus der
jüdisch-christlichen Religionen (Koestler 1968, 1972).
Statt Glaube, Dogma und eine repressive liturgische
Hierarchie bot die Wissenschaft dem Menschen sicht-
bare, überprüfbare und beobachtbare Beweise. Im Lau-
fe der Jahrhunderte verdrängte die Wissenschaft das
religiöse Dogma und wurde selbst zur Grundlage eines
umfassenden und zwingenden Überzeugungssystems.
Sie war eine »Religion«, die die Lehre verkündete, das
Universum sei ein rationales System mit logischen Ge-
setzen, die erkennbar seien und die – wenn man sie
entdeckt hatte – zum Wohl der menschlichen Rasse
verwendet werden könnten.
Viele Laien und auch Fachleute hielten die sichtbaren Erfolge der Technologie fälschlicherweise für den abso-
luten Beweis der Richtigkeit der Philosophie hinter der wissenschaftlichen Forschung, die diese Erfolge mög-
lich machte. Dieses große Missverständnis der naturwissenschaftlichen Forschung hatte erhebliche
Auswirkungen auf die Sozialwissenschaften – von der Psychologie bis zur Medizin -, die sich am Gipfel der
wissenschaftlichen Neuerungen rapide bis zu ihrer gegenwärtigen Form entwickelten (Coulter, 1975; De-
Ropp, 1972). Man erwartete von den Humanwissenschaften, dass sie sich mit solchen subjektiven
Faktoren wie Wertvorstellungen, Zielvorstellungen, Gefühlen und dem Sinn der Dinge beschäftigten. Doch
diese Art von Daten ließ sich nicht mit objektiven wissenschaftlichen Methoden untersuchen. Seitdem man n der Psychologie die Theorien von James, Freud und Jung als unwissenschaftlich abgetan und statt dessen einfachere Verhaltens Modellvorstellungen vom Men-
schen aufgestellt hatte, erfüllten die Sozialwissenschaften die in sie gesetzten Erwartungen nicht. Die Revision und Änderung des Bestehenden zieht Widerstand und Aufruhr nach sich, sei es nun in der Politik oder in der Wissenschaft, und deshalb läßt man sich nicht so schnell darauf ein.
Gegenüber den Naturwissenschaften wurde der Psychologie schon immer lediglich der Status einer Pseu-
dowissenschaft zugesprochen. Ihre Vertreter kompensierten diese Tatsache, indem sie versuchten, die expe-
rimentellen Methoden der materiellen Wissenschaften nachzuahmen. Worte wie »bewusste Wahrnehmung«
oder »Bewusstsein« wurden durch Begriffe wie »Reiz« oder »Reaktion« ersetzt, das Bewusstsein wurde auf
eine »black box« reduziert, die vermittelnde Funktion zwischen Reizinput und Reaktionsoutput besaß. Das
von der klassischen Physik hergeleitete Modell des »homo sapiens« war der biologische Computer oder
das biologische kybernetische System. Unter diesem Paradigma wurde der Mensch zu einer komplizierten
Maschine, deren Verhalten mit Hilfe einer Überprüfung und Manipulation einzelner Bestandteile vorherge-
sagt, geändert und kontrolliert werden konnte. Man nahm an, dass sich ein Teil des Verhaltens vom Ganzen
des Individuums trennen ließe – eine Überzeugung, die vollkommen im Einklang stand mit der vorherr-
schenden wissenschaftlichen Ansicht, ein winziges Teil eines physikalischen Systems könne ohne Bezug zum
größeren System bzw. ohne Störung dieses Systems beobachtet werden. Diese Ansicht traf in den Natur-
wissenschaften tatsächlich zu und erwies sich auch als extrem produktiv. Entsprechend war auch der Behavio-
rismus als objektive wissenschaftliche Methode ein un-schätzbares und kreatives System für das Verständnis
beobachtbaren Verhaltens. Sowohl die klassische Physik als auch der moderne Behaviorismus (Verhalten)
scheiterten aber, wenn sie vor der Aufgabe standen, dem Wesen des Bewusstseins bis auf den Grund zu
gehen.
Heutzutage wird von allen möglichen Richtungen her der Gedanke und die Notwendigkeit einer neuen Wis-
senschaft, einer Wissenschaft vom Bewusstsein, nahegelegt: von den neuesten Theorien der Quantenphysik,
dem weit verbreiteten Gebrauch psychedelischer Drogen, dem Zustrom östlicher Meditationsformen und
Religionen, der zunehmenden Popularität von Selbsterfahrungs gruppen und des Strebens nach Selbstver-
wirklichung sowie einem erneuten Interesse an den Funktionen des Geistes. Diese Wissenschaft vom Be-
wusstsein muss divergierende Disziplinen einbeziehen, gleichzeitig aber auf den Grundprozessen der
menschlichen Wahrnehmung basieren, denn die Frage, mit der die gegenwärtige Wissenschaft wohl am
meisten konfrontiert wird, betrifft die Natur der Beobachtung selber. Eugene P. Wigner weist in seinem Buch
›Symmetries and Reflections‹ auf die Rolle hin, die die Psychologie im Rahmen einer solchen Wissenschaft
spielen könnte:
Bleiben wir lieber bei unserem Aikidō … ich habe mir zu dieser Edition einige Gedanken, zu diesen und den
Verhaltensweisen gemacht, wie Sie auf den hinteren Seiten bemerken werden. Die ›japanischen Regeln‹
sind bei diesem Layout ein wenig ›chaotisch verrutscht‹ dafür möchte ich mich endschuldigen – im
Nachhinein entglitt mir nur ein »Ohhh¡» Ich werde die Fortsetzung sorgfältiger gestalten ∞
Zu Frankreich und seinen Plagen mit dem Staat, oder ist es eher umgekehrt … man weiß es nie.
Für die Erneuerung der Führungsteams der beiden »dominanten« Verbände des französischen Aikidō war-
te ich auf die Ergebnisse der Wahlen:
•FFAB: nur 1 Liste vorhanden, Auszählung erfolgt am 29. Nov. 2024, es scheint eine »heitere« Stimmung zuherrschen mit dem ehemaligen Präsidenten M. GILLETauf Platz 2 der Liste, der Kandidat Didier ALLOUIS (derin den 1970er Jahren in der Region Lyon begann) istderzeit Co-Präsident der CSDGE, 7. Dan und »Shihan«.
•FFAAA: Es gibt zwei Listen mit einer »toxischen« Kam-pagne (›muskulöser‹ Austausch über soziale Netzwer-ke, juristische Vermittlung bevorzugt, der unter demMandat Nr. 2 von Verbandspräsident F. DIAZ eingeführ-ten ›Regelungsverfahren‹), die m.M. nach Spuren fürdie Zukunft hinterlassen wird, mit Verlusten von Verei-nen und somit von Lizenznehmern und sogar einer»generationsbedingten« Spaltung der FFAAA) –dieWahl ist morgen, am 23. November 2024. (leider erwar-tet die Druckerei schon heute die Druckdaten…)Außerdem wird die UFA am 31. Dezember 2024 nichtmehr existieren, also auch keine CSDGE mehr, alsoauch keine Grade … die beiden Verbände werden sichanstrengen müssen, um eine neue »Formel der Ein-heit« zu finden … administrativ natürlich, da techni-sche Einheit unmöglich ist (!).Kurzum, es gibt viel zu tun für die neuen Regierendendes »Mikrokosmos des französischen Aikidō«: Vielleichteine Aikidō-Konföderation, die in ihrer Gegenwart alleVerbände respektiert? (wohl eher nicht ¿) Die Zukunft wird es zeigen.
Geruhsame Feiertage und viel Freude mit dieser Edition wünscht
Die Mannschaft de AJ und Ihr Horst Schwickerath
Foto: Wolfgang Fürst – www.wrfuerst.com